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COPD beim Pferd: Ursachen, Symptome und Behandlung

COPD (Chronisch obstruktive Bronchitis) ist eine der häufigsten Atemwegserkrankungen bei Pferden und stellt Pferdebesitzer oft vor große Herausforderungen. In diesem Blogbeitrag erfährst du, was hinter der Krankheit steckt, wie du sie erkennst und behandeln kannst.

Was ist COPD beim Pferd und welche Auswirkungen hat die Erkrankung? 

Kurz gesagt beschreibt COPD eine chronische Lungenerkrankung, die mit Schleimbildung und/ oder Anschwellen bzw. Verkrampfen der Atemwege einhergeht – das Ganze kann zur Atemnot führen. 

Bei Atemwegserkrankungen denken viele zunächst an Husten. Doch bei einer COPD ist dieser nicht immer offensichtlich, da die Schleimmenge so gering sein kann, dass sie vom Pferd abgeschluckt wird, anstatt sichtbar aus der Nase auszulaufen. Wenn Husten auftritt, ist er häufig entweder dauerhaft oder situationsabhängig, etwa beim Fressen von staubigem oder schimmeligem Heu.  #FYI: Hierbei handelt es sich jedoch nicht um eine Heustauballergie, sondern eine situationsbedingte Verschlechterung der Atemwegserkrankung durch die zusätzliche Belastung.

Ein weiteres typisches Merkmal ist die veränderte Atmung des Pferdes. In schweren Fällen kann sowohl das Ein- als auch das Ausatmen stark erschwert sein. Dies führt oft zur Vergrößerung der schrägen Bauchmuskulatur („Dampfrinne“), da das Pferd mehr Kraft benötigt, um die Luft aus der Lunge zu pressen. Dieser Vorgang, auch „Bauchpresse“ genannt, ist ein deutlicher Hinweis auf chronische Atemprobleme.

Da die Atemwege durch die COPD ohnehin stark belastet sind, sinkt auch die Leistungsfähigkeit des Pferdes. Bewegung bleibt jedoch wichtig, muss aber individuell an die Belastbarkeit des Pferdes angepasst werden. Leichte, staubfreie Bewegungseinheiten an der frischen Luft können hier helfen.

 

 

Die #SYMPTOME auf einen Blick 

  • Husten, der über einen längeren Zeitraum besteht (mindestens 6 Wochen)
  • Atemnot und eine auffällige Bauchatmung
  • Leistungsabfall bei Belastung
  • Nasenfluss, oft begleitet von klarem oder leicht schleimigem Sekret

 

Welche Ursachen hat #COPD? 

#Infektionen

Akute Infektionen der Atemwege sollten unbedingt vollständig ausgeheilt sein. Gib deinem Pferd ausreichend Zeit zur Genesung, bevor es wieder belastet wird. Eine zu frühe oder zu intensive Belastung kann dazu führen, dass die Infektion nicht vollständig abklingt und sich schlimmstenfalls zu einer chronischen Erkrankung wie COPD entwickelt.

#Haltungsbedingungen 

Eine anhaltende Reizung der Atemwege kann durch verschiedene Faktoren begünstigt werden und langfristig zu COPD führen. Besonders problematisch sind Ammoniakbelastung im Stall und Feinstaub aus Heu und Stroh. Dieser Feinstaub enthält Schimmelpilzsporen, Mykotoxine und andere Partikel, die die Schleimhäute reizen und die Atemwege belasten können.

#Fütterung

Auch die Qualität des Futters spielt eine entscheidende Rolle. Hochwertiges Heu und Stroh enthalten geringe Mengen Feinstaub, jedoch sind die Belastungen bei minderwertigem oder schimmeligem Futter um ein Vielfaches höher. Um die Atemwege deines Pferdes zu schützen, solltest du stets auf einwandfreie Futterqualität achten.

#Allergien

Ist die Lunge bereits gereizt, wird sie empfindlicher gegenüber zusätzlichen Belastungen wie Staub oder Dämpfen. Häufig entwickeln sich Allergien gegen Schimmelpilzsporen oder andere Feinstaubpartikel. Eine vorgeschädigte Lunge kann auch auf weitere Reize wie Pollen oder extreme Temperaturen überreagieren. Dies führt oft zu einer Überempfindlichkeit, die die Atmung zusätzlich erschwert.

 

 

Wie wird COPD diagnostiziert?

Die Diagnose einer COPD erfordert eine umfassende Untersuchung durch einen Tierarzt. Dabei wird eine Kombination verschiedener diagnostischer Verfahren eingesetzt, um ein möglichst genaues Bild vom Zustand der Atemwege zu erhalten:

  • Klinische Untersuchung: Der Tierarzt hört die Lunge des Pferdes ab und beobachtet dessen Atmung. Dabei wird auf ungewöhnliche Atemgeräusche oder eine verstärkte Bauchatmung geachtet.
  • Endoskopie: Mit einer kleinen Kamera untersucht der Tierarzt die Atemwege direkt. So können Schleimansammlungen, Entzündungen oder Verengungen der Bronchien sichtbar gemacht werden.
  • Blut- und Sekretanalysen: Durch die Untersuchung von Blutproben können Entzündungsmarker festgestellt werden. Auch Sekretproben aus den Atemwegen liefern wichtige Hinweise, etwa auf allergische Reaktionen oder bakterielle Infektionen.

Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um rechtzeitig geeignete Maßnahmen einzuleiten. So lässt sich der Krankheitsverlauf verlangsamen, und dein Pferd kann trotz COPD eine gute Lebensqualität behalten.

 

Behandlung von COPD 

Eine vollständige Heilung ist meist nicht möglich, aber durch gezielte Maßnahmen kannst Du die Symptome lindern:

Haltungsoptimierung

Hier ist es sinnvoll, sich in Ruhe Gedanken über den Stall und die aktuelle Haltungsform deines Pferdes zu machen. Wenn dein Pferd in Boxenhaltung steht, kann das Umstellen in einen Aktiv- oder Offenstall eine deutliche Verbesserung erzielen. Außerdem solltest du darauf achten, dass du staubfreie Einstreu oder Holzpellets verwendest. Sorge zudem für eine gute Belüftung im Stall und reduziere Staubquellen bspw. durch bedampftes oder eingeweichtes Heu. 

Inhalieren

Das Inhalieren bei Pferden ist eine bewährte Methode, um die Atemwege zu unterstützen und Beschwerden wie Husten, Atemnot oder verschleimte Bronchien zu lindern. Besonders bei Atemwegserkrankungen bietet diese Therapieform eine sanfte und effektive Unterstützung, da die Wirkstoffe direkt in die Lunge gelangen und dort ihre Wirkung entfalten können. Durch die Befeuchtung der Schleimhäute wird festsitzender Schleim gelöst und das Atmen erleichtert.

Mobile Inhalationsgeräte bieten hierbei eine besonders praktische Lösung. Sie ermöglichen es, Dein Pferd während der Behandlung im Schritt zu bewegen, wodurch die Atmung vertieft und die Aufnahme der Wirkstoffe gefördert wird. Die Verwendung einer speziellen Kochsalzlösung sorgt zusätzlich für eine optimale Pflege der Atemwege. Ein 20- bis 30-minütiger Spaziergang während der Inhalation kann das Wohlbefinden weiter steigern. Damit die Therapie perfekt auf die Bedürfnisse Deines Pferdes abgestimmt ist, solltest Du vorab immer Rücksprache mit Deinem Tierarzt halten.

In unserem Shop findest du verschiedene Inhalationsgeräte von Hippomed

Heu und Stroh bedampfen

Immer mehr Pferdebesitzer bewässern das Heu ihrer Pferde, insbesondere bei Allergien. Auch wenn diese Methode zeitaufwändig sein kann, bietet sie eine effektive Möglichkeit, die Atemwege zu entlasten und Beschwerden zu lindern.

Eine moderne Alternative sind Heubedampfungsgeräte. Diese reinigen das Raufutter gründlich von Staub, Schimmelpilzen und Bakterien, was die Futterqualität deutlich erhöht. Da Pferde beim Fressen permanent Feinstaub- und Schimmelpartikel einatmen, sorgt der Einsatz eines Bedampfungsgeräts für eine spürbare Entlastung der Atemwege und trägt so zur Gesundheit Deines Pferdes bei.

Training anpassen

Wenn die genannten Behandlungsmethoden nicht den gewünschten Erfolg bringen, sollte das Training individuell angepasst werden. Halte Dein Pferd weiterhin in Bewegung, jedoch nur in einem lockeren und gemäßigten Tempo. Dabei ist es wichtig, zunächst die genauen Ursachen der Atembeschwerden zu identifizieren und gezielt zu behandeln.

Behalte die Symptome Deines Pferdes immer im Auge und reagiere schnell auf Veränderungen. Besonders in anspruchsvollen Zeiten wie dem Fellwechsel oder bei extremen Wetterbedingungen im Winter und Sommer können sich die Beschwerden verschlechtern. Selbst wenn Dein Pferd sonst gut mit der Erkrankung zurechtkommt, sind Aufmerksamkeit und eine flexible Anpassung der Maßnahmen unerlässlich.

 

 

Prognose mit COPD 

Die langfristige Prognose für ein Pferd mit COPD hängt maßgeblich davon ab, wie früh die Erkrankung erkannt und wie konsequent die empfohlenen Maßnahmen umgesetzt werden. Auch wenn COPD nicht heilbar ist, kann die Lebensqualität durch eine angepasste Haltung, Fütterung und Therapie deutlich verbessert werden. Viele Pferde leben trotz der chronischen Erkrankung ein aktives und zufriedenes Leben, wenn ihre Atemwege konsequent entlastet und Reizquellen minimiert werden.

Wichtig ist, dass Du als Pferdebesitzer die Symptome kontinuierlich im Blick behältst und bei Veränderungen frühzeitig reagierst. Mit einer guten Betreuung und den richtigen Maßnahmen können die Beschwerden in der Regel gut kontrolliert werden. Eine regelmäßige Rücksprache mit dem Tierarzt sowie das Anpassen der Therapie an die individuellen Bedürfnisse Deines Pferdes sind entscheidend, um langfristig Stabilität und Wohlbefinden zu gewährleisten.

Auch die Integration von sanften Bewegungseinheiten und die Vermeidung von Stressfaktoren tragen dazu bei, die Atemwege zu schonen und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern. Mit der richtigen Pflege und Haltung können viele Pferde mit COPD noch über Jahre hinweg ein erfülltes Leben genießen.

 

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