Wofür gibt es eigentlich so viele verschiedene Zaumzeuge?
Pferde sind Lebewesen mit unterschiedlichen individuellen Bedürfnissen. Das Hauptziel von uns Reitern ist, eine harmonische Einheit mit unserem geliebten Vierbeiner zu bilden und gemeinsam Erfolge feiern zu können. Und dabei ist es ganz gleich, ob es um Erfolg im Turniersport geht oder um einen harmonischen Freizeitritt. Das Zaumzeug gehört zur Grundausstattung – ob es eine Trense oder eine gebisslose Zäumung sein soll, liegt an euch. Am wichtigsten ist, dass ihr als Team gut damit zurechtkommt. Natürlich gibt es je nach Disziplin unterschiedliche Anforderungen, und dafür ist es wichtig, sich mit den Wirkungsweisen und Vor- sowie Nachteilen der verschiedenen Zäumungen auseinanderzusetzen.

Die verschiedenen Zäumungen
1. Das Micklem
Das Micklem ist ein echter Allrounder. Micklems können sowohl als Trense als auch als Kappzaum oder gebisslose Zäumung verwendet werden. Gerade für die Jungpferdausbildung werden Micklems besonders gerne verwendet, weil man einige Anpassungsmöglichkeiten hat. Das Micklem 2 Multi Bridle von Horseware Ireland zum Beispiel ist ein perfekter Alltagsbegleiter und ermöglicht eine optimale Passform für jeden Pferde- und Reitertyp. Das Micklem punktet mit seinen anatomisch geformten Features. Die geschwungene Form des Genickstücks und Kinnriemens soll den Druck auf die empfindlichen Nerven vermindern und eine bequemere Lage des Gebisses ermöglichen. Außerdem kann man mit den innovativen Bit-Clips das Gebiss zusätzlich stabilisieren. Das ist vor allem für unruhige Hände oder junge Pferde geeignet.
Wenn du das Multi Bridle als Kappzaum verwenden möchtest, kannst du deine Longe ganz einfach an dem Ring am Nasenriemen einhängen.

Für die gebisslose Zäumung kannst du das Gebiss abschnallen und die Zügel dann an den Seitenringen befestigen. Mit zwei weiteren Riemen kannst du die gebisslose Zäumung in der Wirkungsweise anpassen und intensivieren.

2. Die Kandare
In der Dressurausbildung steht man irgendwann mal an dem Punkt: Kandare, ja oder nein? In erster Linie kommt sie unterstützend bei höheren Lektionen zum Einsatz und gehört nur in erfahrene, ruhige Hände. Sie kann stärker auf das Pferdemaul einwirken, wodurch eine feinere Kommunikation zwischen Tier und Mensch möglich wird. Der Grundaufbau ähnelt einem normalen Trensenzaum. Der Unterschied liegt darin, dass ein zusätzliches Kandarengebiss benötigt wird und es demnach 4 Backenstücke gibt. Man braucht also eine Unterlegtrense, ein Kandarengebiss und zwei Zügelpaare für die jeweilige Hilfengebung über die zwei Gebisse. Die Unterlegtrense sollte ca. 1 cm länger als die Kandare sein und etwas aus der Maulspalte herausragen.
Die Kandare ist sehr umstritten in der Reiterwelt aufgrund ihrer scharfen Wirkungsweise. Wenn du in der Dressur in höheren Klassen teilnehmen möchtest, kommst du irgendwann um die Kandare nicht mehr herum. Wichtig ist, dass du dir ausgiebig Gedanken machst, ob du und dein Pferd für die Kandare bereit seid. Hier solltest du dir am besten auch Unterstützung bei einem Trainer oder einer Trainerin suchen.
3. Gebisslose Zäumungen
Trensen, Gebisse und gebissloses Reiten sind Themen in der Reiterwelt, die sehr oft zu hitzigen Diskussionen führen. Ob ein Gebiss ins Pferdemaul gehört, bleibt weiter umstritten. Auch hier ist es wichtig, diese Debatte ganz individuell zu beurteilen. Mache dir Gedanken, was für dich und deinen Liebling stimmig ist. Wenn dein Pferd beispielsweise ein Gebiss nicht annimmt und Unzufriedenheit mit dem Gebiss im Maul zeigt, dann kann es sinnvoll sein, eine gebisslose Zäumung in Betracht zu ziehen. Zwischen Hackemore, Glücksrad und Sidepull gibt es auch hier viele verschiedene Varianten. Falls dich das Thema interessiert, schaue gerne mal bei unserer Story „Gebisslos glücklich: Warum immer mehr Reiter umsteigen“ vorbei.

Nun solltest du einen guten Überblick über die verschiedenen Trensenmodellen haben. Wenn du die perfekte Trense bisher nicht gefunden hast, hoffen wir, dass wir dir mit einigen Tipps und Infos weiterhelfen konnten. Schaue gerne mal bei uns Shop vorbei – hier findest du bestimmt was Passendes für dich und deinen Vierbeiner. Viel Erfolg!